Die offene Frage im Bokashi-Kreislauf war bisher: Wohin mit dem Fermentat nach zwei Monaten?

Kennt ihr diese Szene im Film von 1990 „Jagd nach roter Oktober„? Der Protagonist Jack Ryan muss überlegen, welchen Plan der Kapitän eines russischen Nuklear-U-Boots hat, um seine Crew vom Boot zu schaffen.

How is he going to get them off the sub? …
They’d have to want to get off. …
How do you get a crew to want to get off a submarine? …
How do you get them to want to get off a nuclear sub- (stops. Eyes go wide)

Kurz darauf täuscht der Kapitän eine Fehlfunktion am Nuklearreaktor vor.
Genau so ging es mir.

Wohin mit dem Inhalt?…
Wohin mit knapp 10l durchfermentiertem, idealem Düng- (stoppt, reißt Augen weit auf)

Klar! Eine mir liebe Person, nennen wir sie Kappa, hat in einer naheliegenden Stadt eine Kleingartenparzelle. Dort hatte ich im vergangenen Sommer schon viel geholfen. Der Plan war eh, noch im Winter neue Beete anzulegen. Da der Boden sehr sandig ist, ist Kreativität gefragt. Hochbeete, Kartoffeltürme und co.

Kurzum: Wir haben drei „fertige“ Bokashis im Zug in diese Stadt gekarrt. 30l durchgegorenen Biomüll. Und es hat nicht gestunken – *stolz*

Friedhof der Milchsäurebakterien

In der Parzelle hat Kappa kurzerhand auf einem ca. 1,5m x 2m Rechteck mit dem Spaten die Grasnarbe durchstochen und die Würfel einfach zur Seite gelegt. Ausgestattet mit Einweghandschuhen habe ich den Inhalt der 3 Eimer auf der Fläche verteilt. Nennt es Bokashi-Beet. Ich nenne es den „Friedhof der Milchsäurebakterien“ 😉

Die Flüssigkeit, die sich im „doppelten Boden“ der Eimer sammelt, ist auch sehr nährstoffreich. Es bot sich daher an, die Eimer während der Arbeit am Beet kopfüber im Kompost leerlaufen zu lassen.

Leerlaufende Eimer über dem Kompost CC-BY-NC-SA 3.0

Nach dem Verteilen wurden die Grasnarbenwürfel auch kopfüber, also mit dem Grasbewuchs nach unten, auf dem Beet verteilt.

ph-Wert ≈ 4

Laut dem „Kompostbuch“ von Agnes Pahler im Pala-Verlag [1] hat Bokashi-Fermentat einen ph-Wert von 4 – sprich: sehr sauer. Nach einigen Tagen ist der Wert wieder rund um 7 angestiegen. Dennoch sollen Pflanzen, die auf dem Beet gepflanzt werden, erst „im Abstand von 20 bis 30 cm“ zum Fermentat gepflanzt werden. Sprich: Über einer weiteren Schicht Muttererde. Dies ist kein Verlust, da beim Anpflanzen von Nutzpflanzen eh noch ein feinmaschiges Gitter gegen Feldmaus und co. eingebaut werden muss.

Da in der Parzelle auch ein Hochbeet steht, werde ich in der kommenden Saison das Wachstum hier und dort vergleichen können. Ich bin gespannt.

Quellen

[1] siehe Pala-Verlag