Ursprünglich war die Idee ein Kreislauf mithilfe einer Wurmkiste.
In unserer Küche. Im n-ten Stock ohne Gartenzugang.
Niels hatte dazu das Buch „Kompost aus der Kiste. Wurmkisten für den Hausgebrauch selbst bauen.“ von Brucksch und Rimpau empfohlen. Ich habe es gelesen und empfehle es allein wegen der lustigen Karrikaturen weiter! Allerdings ist der Betrieb einer Wurmkiste ohne ebenerdigen Zugang zu Wintergarten, Carport oder Gartenlaube aus meiner Sicht nicht möglich.
Auf unserem Flachdach in der prallen Sonne ungeschützt vor der Witterung will ich keine Wurmkiste betreiben.

Zwei Monate hatte ich für diese Gedanken Zeit. In der Zeit reifte bo-β-kashi durch.
Faul wie ich bin war nach zwei Monaten keine Lösung gefunden.

Nach bo-β’s zweimonatiger Fermentationpause haben wir einen Blick rein geworfen:

Bo-β-kashi nach 2 Monaten Fermentation, CC-BY-SA 3.0 - eigenes Werk

Bo-β-kashi nach 2 Monaten Fermentation, CC-BY-SA 3.0 – eigenes Werk

Recht unspektakulär. Nichts bewegte sich, gutes Zeichen 😉
Es waren aber auch noch Strukturen des ursprünglichen Abfalls zu erkennen. Ob also die ursprüngliche Urin-Hefe-Asche-Mischung gewirkt hat kann ich nicht sagen. Allerdings hatte sich noch mehr Sickerwasser abgesetzt. Die Bakterienkulturen hatten also organische Struktur aufgeschlossen.

Lustige Anekdote nebenbei: Ein Freund hatte angeboten, ich könnte doch 40 Minuten mit dem Bokashi in der S-Bahn fahren und ihn dann bei ihm auf dem Kompost verbuddeln 🙂 Danke, J.!

Nachts, grabend, mit der Stirnlampe, im Hinterhof…

Wie weiter? bo-β und bo-γ waren inzwischen durchgereift. Früher oder später sollte nährreicher Humus aus den Abfällen werden. Das würde nochmal 6 Monate, mindestens, in Anspruch nehmen. Also entschied ich mich. Nachts, bewaffnet mit meiner Stirnlampe und dem Klappspaten eines Freundes (Danke, D.!) verbuddelte ich im Januar 2017 bo-β und bo-γ im Hinterhof des Wohnheims in der Nähe der Müllcontainer.

"Verbuddelte Bokashis", CC-BY-SA 3.0 - eigenes Werk

„Verbuddelte Bokashis“, CC-BY-SA 3.0 – eigenes Werk

"Verbuddelte Bokashis", CC-BY-SA 3.0 - eigenes Werk

„Verbuddelte Bokashis“, CC-BY-SA 3.0 – eigenes Werk

"Verbuddelte Bokashis", CC-BY-SA 3.0 - eigenes Werk

„Verbuddelte Bokashis“, CC-BY-SA 3.0 – eigenes Werk

Lektion 5: Ohne Wurmkiste ist mein System noch kein Kreislauf.
Wenn schon Verbuddeln im Garten:

  • Nehmt einen Spaten und einen Einweghandschuh mit.
  • Buddelt ein Loch, 40x40cm und nicht allzu tief. Hebt die Grasnarbe ab.
  • Schüttet den „festen“ Inhalt des inneren Eimers in das Loch,
    vermischt den Inhalt mit etwas Erde (Zieht Euch den Einweghandschuh über). Regenwürmern helfen die mineralischen Stoffe in der Erde beim Zerkleinern der fermentierten Masse.
  • Schüttet das Sickerwasser, das sich im äußeren Eimer gesammelt hat, weg.
    Ich gieße es in den nächstbesten Gullideckel.
  • Legt die Grasnarbe wieder auf die Stelle. Merkt Euch die Stelle. Ist ganz praktisch, wenn ihr 6 Monate später nachschauen wollt.

Im April 2017 verbuddelte ich bo-ε und bo-δ – diesmal bei Tageslicht und an einer anderen Ecke des Hinterhofs 😉

"Verbuddelte Bokashis", CC-BY-SA 3.0 - eigenes Werk

„Verbuddelte Bokashis“, CC-BY-SA 3.0 – eigenes Werk

"Verbuddelte Bokashis", CC-BY-SA 3.0 - eigenes Werk

„Verbuddelte Bokashis“, CC-BY-SA 3.0 – eigenes Werk

"Verbuddelte Bokashis", CC-BY-SA 3.0 - eigenes Werk

„Verbuddelte Bokashis“, CC-BY-SA 3.0 – eigenes Werk

Im Juli statte ich bo-β’s und bo-γ’s „Grab“ einen Besuch ab.
Im Oktober dann bo-ε und bo-δ.

Lustige Anekdote zum Schluss:
In der Nähe von bo-β und bo-γ wächst eine Hecke. Jetzt im Sommer trägt sie ein sattes Grün und wächst ordentlich.
Dort wo bo-β und bo-γ liegen sind die Zweige länger und haben einen dunkleren Grünton 🙂