Rein in die Stahlkappen-FlipFlops, Zeit für Stone Rock!

stoneAuf Samavayo war ich 2005 nach Erscheinen ihres Albums „One Million Things“ aufmerksam geworden. „Wait“ (tape-tv-Musikvideo) ist ein super Einstieg. Auch wenn es der iranstämmige Sänger Behrang Alavi immer prima schafft, aus balladigen Passagen zur Bäm-auf-die-Fresse-Attitüde zu wechseln: Für mich liegt der Reiz in Samavayo in der richtigen Prise des Spiels mit verrückten Akkorden, verrückten Tempi und verrückten Mischung all dieser Elemente in fetzigen 240 Sekunden.

Erwähnt werden sollte aber auch der Track „Tehran Girl“ . Nicht nur musikalisch eine willkommene Einbettung von arabischen Harmonien und Klängen in das Genre Stone Rock. Auch politisch ist der Song ein Hingucker. Die Widmung bei der Erscheinung 2008 lautete „our contribution to support the Iranian freedom movement“ und der Text hat traurigerweise an Aktualität nicht verloren.

Dakota

Kurzum, ich hatte die Band seitdem auf dem Radar. Obwohl die Band inzwischen nur noch neben Sänger Alavi aus den Brüdern Andreas (Bass) und Stephan (Drums) Voland besteht komprimiert das Trio weiterhin ordentlich Energie in ihren Songs. Im Mai 2016 erschien nun endlich ihr 5. Studio-Album: Dakota

Die Band selber beschreibt die Besonderheit ihres Sounds:

The special thing about Dakota is the mix of 70s and 90s rock sound that combines progressive instrumental parts and heavy mosh parts with oriental elements and unusual rhythms.

Indeed, indeed! Der Titeltrack Dakota ist ein 7-minütiges Feuerwerk im 5/4-5/4-3/4-Wechsel. Versuch mal dazu zu moshen! Manche Abschnitte erinnern an den energiegeladenen Sound von Black Sabbath, wieder andere dank des mehrstimmigen Gesangs an das erste Tool-Album Opiate.

Intergalactic Hunt

Der zweite Track, den ich herausgesucht habe, ist „Intergalactic Hunt“. Der gehört tatsächlich in die Kategorie „Auf-die-Fresse-Stone-Rock“. Natürlich hat mich das Motiv mit der Betonung 1-2,4-5… [ok, ich hab echt grade versucht, das irgendwie technisch-schön auszudrücken, aber bekomme es nicht auf die Reihe.] Hört es Euch an, das Motiv bringt auf jeden Fall die reizende Mischung zwischen atypischen Rhythmen und bratzig-schlecht-gelauntem Rock auf den Punkt.


Abschließend: Wem Samavayo gefällt, der oder die wird auch folgende Steine genauer unter die Lupe nehmen wollen: Audioslave (Show me how to live ), Cancer Bats (mehr in Richtung MetalCore, Breathe Armageddon ) aber natürlich auch Samavayos Wurzeln wie Led Zeppelin und Black Sabbath.