grand_piano_2Der April gehört dem deutschen Contemporary-Jazz-Duo Grandbrothers.

Im Laufe der vergangenen Woche stieg auf Mixcloud der Mix „Journey into Contemporary Jazz“ des hervorragenden polnischen Cloudcaster Adam Kvasnica auf Platz 1 der Jazz-Charts. Wer Jazz liebt und Kvasnica nicht kennt, dem sei sein Mixcloud-Profil auf jeden Fall ans Herz gelegt.

Am Ende seines 60-minütigen Cloudcasts drang mit dem Titel „Antarctica“ zum ersten Mal der Sound von Grandbrothers an mein Ohr.

Grandbrothers, Lukas Vogel am Notebook und Erol Sarp am Flügel, Debut-Album „Dilation“ (jpc-Link) erschienen im März 2015 beim kleinen Label FILM (Future Is Listening Music) – soweit die Eckdaten.

Minimalistischer Sound

In den vergangenen Beiträgen zu „Musik des Monats“ habe ich immer wieder von „minimalistischem Sound“ gesprochen. Klar, die Instrumentalisierung Klavier plus mechatronische Hämmer, die mit Traverse und Spanngurt am Klavier angebracht sind, legt auch hier wieder „minimalistischen Sound“ nahe.

Dieses Mal sollte die Beschreibung des Sound mehr als nur meine laienhafte, persönliche Meinung sein. Bei der Recherche zu den Grandbrothers stieß ich auf einen Artikel von Felix-Emeric Tota für die FAZ. Darin fand sich eine wunderschöne Beschreibung für „minimalistischen Sound“, die den Zauber der Klangarmut gut einfängt und die ich nicht vorenthalten will.

„[…] das Paradox eines Minimalismus, der Geschichten erzählt, ohne dafür Worte zu brauchen.“

Felix-Emeric Tota über die Grandbrothers, Quelle

Wuppertal, oder: Ta-ta-ta-ta-dadamdamdam-ta …

Statt einer ganzen EP möchte ich hier nur einen Track vorstellen: Wuppertal. Inspiriert vom Wohnort Sarps beginnt der Song mit dem voluminösen Klavierthema. Nach nur einem Takt steigt Vogel mit seinen Hämmern ein: Mal auf dem Holz- oder Metallrahmen des Flügels für Percussion, mal auf den Seiten für einen Cembalo-artigen Sound.

Der Witz dabei ist der Takt: Wuppertal ist im 9/4-Takt.

Und das bringt uns zur abschließenden Frage: An welche Künstler erinnert mich das?
Nun ja, an sehr viele!

  • intelligent dance music (IDM) wie Moderat
  • das Projekt Bi-polar von Blüchel & von Deylen (Schiller) ( „Etoile polaire“)
  • Archie Pelago ( „Navigator“)
  • klar, Trio ELF ( „746“ – hammer Track!)
  • Bugge Wesseltoft & Laurent Garniers Platte „Duo“ ( „Duo“, nicht vom komischen Sound in den ersten Sekunden stören lassen)
  • und sogar stellenweise an Fritz Kalkbrenner